20 Jahre Torfkurier, der Film






Ziele

Was kommt noch?

Von Götz Paschen

Foto: sassi /pixelio.de

Nach dem Motto: Wir haben doch alles und was kommt jetzt? Wo sind noch interessante Ziele? Wo wollen wir hin? Was reizt uns noch?

Materie
Jeder besitzt 10.000 Teile. Die materiellen Ziele könnten im Reduzieren liegen: Eine 365-Teile-Diät. Jeden Tag ein Teil aus dem Haushalt entfernen. - Den Zweitwagen abschaffen. Eine Sammlung auflösen oder verkaufen: Egal ob Eulen, Briefmarken, historische Nähmaschinen … In der Werkstatt am Wochenende 100 Kilo verschrotten. Das geliebte und verstaubte Motorrad aus Jugendzeiten endlich inserieren und verkaufen. Sich von Wert trennen, nicht von Werten. Es gibt für nichts davon einen angemessenen Preis. Vergessen Sie es! 25 % vom Neuwert und dann liegen Sie schon gut. Hauptsache Luft in Haus, Büro, Garage und Kopf. Räumen Sie auf und vor allem weg. Das befreit den Geist.
 
Ökologie
Wohin mit dem Krempel? Alles in die Restmülltonne ist nicht zukunftsfähig. Die örtlichen Abfallplätze trennen nach Holz, Grünmüll, Elektroschrott, Metall … Die zu besuchen, ist abwechslungsreicher, als jeden Samstag in irgendeinem Einkaufspalast frühstücken zu gehen. Dort kostet Müll noch bares Geld. Eine wichtige Erfahrung. Aber nicht zu viel aus den Containern raus kramen, weil sie es gebrauchen könnten. Wenn mal was Brauchbars dabei ist, mitnehmen. Das spart Rohstoffe und ist immer noch besser als Neukauf. Daheim reparieren. Überhaupt mehr selbst reparieren.Sich Gedanken machen über Stoffströme. Müll reduzieren: Die Tonne, den Abholrhythmus oder die Zahl der gelben Säcke pro Quartal. Mit Strichliste. Bewusstsein verändert ihr Einkaufsverhalten. Mehr Wochen- und weniger Supermarkt. Eigene Glassysteme. Flüssigwaschmittel lose in der ‚Mehrwegflasche‘. Das gibt es. Recherche analog! Mit Vorbildern sprechen. Kann doch Spaß machen. Flugmeilendiät. Oder ein Jahr ganz ohne. Autokilometer pro Monat festlegen und nicht überschreiten. Zugfahren ausprobieren. Fahrradstrecken über 15 Kilometer.

Körper
Abnehmen. Alle 14 Tage ein Kilo. Mit Wiegeplan, morgens nackt nach dem Klo. Und zur Not die letzten drei Tage jeweils mal richtig schlank essen. Früher abends essen. Nur drei Mahlzeiten. Nichts zwischendurch. (Nichts!) Rhythmisch und nicht unkoordiniert. Burger acht Wochen meiden. Null Schokolade. Ersatzweise mehr küssen und mehr Sex. Auch wenn er eingeschlafen ist. Vielleicht: Einfach anfangen, machen und sehen, was passiert. Es gibt Schlimmeres. Mehr tanzen. Straßenfußball: Die ungeraden gegen die geraden Hausnummern. Oder sich selber sportlich was vornehmen. Zehn Kilometer am Stück laufen können. Klein anfangen. Langsam steigern. Wieder mal analog im Gespräch mit einem privaten Vorbild. Scheu überwinden, anklingeln. Ein direktes Gespräch. - Noch so ein Thema. - 500 Meter Schwimmen. Mit dem Fahrrad am Wochenende nach Hamburg fahren und mit dem Zug zurück. Kopfsprung vom Dreier. Sprung vom Fünfer, Zehner … Fliegen!

Soziales
Zeit nehmen. Nichts tun. Mit der gesamten buckligen Verwandtschaft am See sitzen. Losziehen, wohin auch immer. Andere mitnehmen. Langstrecken der Mitfahrzentrale anbieten. Jeden Geburtstag fett feiern mit mindestens 50 Leuten. Sich bei den banalsten Übergriffen klar abgrenzen. Doofe Stammtisch-Kommentare nicht einfach stehen lassen und für politische Korrektheit sorgen. Eingeschlafene Hobbies wieder aufnehmen. Arbeitszeit reduzieren. Zeitlöcher entstehen lassen. Sich in Zeitlöchern gemütlich aalen.

Torftipp: 1) Eigene Wünsche und Bedürfnisse ernst nehmen. 2) Jetzt anfangen.